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Weisshorn / Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.deWeisshorn / Foto: Katharina Wieland Müller / pixelio.de

      

           Viel Spass           

                   bei der Lektüre ....

Die Umkehrung der Schwerkraft ... ein merkwürdiges Phänomen ...

Ein Stein, von der Hand, die ihn hält, losgelassen, fällt zu Boden ... Ein Gipfel, und sei er noch so niedrig und unbedeutend, eine kleine Erhebung nur, zieht uns Bergsteiger magisch an und .... hinauf. Der Punkt, an dem man sich über die Ebene erhebt, übt eine Anziehungskraft auf uns aus, die wir nicht wirklich erklären, der wir aber auch nicht widerstehen können.

... wie schon Reinhard Karl schreibt: "Was man da oben sucht, ich weiß es nicht. Die Wahrheit ist so kompliziert, dass sie niemand versteht."

                                                                           Ralf Bossert

 

Wer einmal dem Ruf der Berge folgte, wird sich niemals mehr in die Ebene zurückziehen können. Immer wieder werden die Berge locken, mit ihren Gefahren, ihren Schwierigkeiten, ihrer Schönheit und mit ihrer Ureinsamkeit. Hier spürte ich Hitze und Kälte, Wasser, Sturm, Hunger und Durst. Hier begriff ich, was mich ergreift.

                                                                          Harry Neumann, Bergfotograf

 

Vielleicht ist es mit dem Kampf am Berg so wie mit dem Aufstieg. Weil es so anstrengend ist, nach oben zu kommen, bleibt es so stark im Bewußtsein. Mit dem Glück ist es so wie mit dem Abstieg. Leicht und schnell ist man wieder unten, vergessen. Es ist egal, welchen Berg man besteigt, oben wird man immer weiter sehen. Was man da oben sucht, ich weiß es nicht. Die Wahrheit ist so kompliziert, dass sie niemand versteht.

                                                                          Reinhard Karl (erster Deutscher auf dem Mount Everest)

 

Den Geschmack des Lebens erkennt man am besten, wenn man es verlieren kann. Ich war fasziniert davon, dass die Schwierigkeiten beim Bergsteigen gleichzeitig so viel Freude am Leben vermitteln: Am Wehen des Windes, am Geruch der sonnenwarmen Felsen, am Moment der Entspannung, an einer heißen Tasse Tee und tausend anderen einfachen Dingen. Ich wußte vom ersten Tag an, dass Bergsteigen alles andere übertrifft. Seitdem sind die Berge mehr und mehr zu meinem Lebensinhalt geworden. Von einer Leidenschaft wie dem Bergsteigen kommt man nicht weg, auch wenn man dem Tod dabei begegnet.

                                                                         Wanda Rutkiewicz, Bergsteigerin

 

Die Berge lehren den Wert der Einfachheit. In diesen Tagen, wo das Unwesentliche übertriebenerweise als Wesentliches betrachtet wird, wozu es aber nur Nahrung, Wärme, ein Dach und gute Kameradschaft braucht, ist die Einfachheit der Schlüssel zum Glücklichsein.

                                                                         Frank Smythe

 

Was sind die Berge für mich heute? Ich wollte alle Berge dieser Welt besteigen, das habe ich nicht geschafft, das werde ich nie schaffen. Trotzdem gehe ich noch immer zu den Bergen, ich habe noch keinen Ersatz dafür gefunden. Wenn ich klettere, fühle ich immer noch am intensivsten, dass ich bin. Die Berge scheinen unzählige Türen zu haben. Wenn man eine Tür öffnet, steht man vor unzähligen weiteren. Es ist unmöglich alle Türen zu öffnen. Doch hinter jeder Tür vermutet man etwas Neues.

                                                                         Reinhard Karl in seinem Buch "Erlebnis Berg: Zeit zum Atmen"

 

Die Alpen im Herzen Europa`s sind eine Oase der Ordnungswidrigkeit, die den von kleinen Reizen übersättigten Städter mit den großen einfachen Dingen konfrontiert: der Strapaze und der Gefahr.

                                                                          Wolf Schneider

 

Bergsteigen ist ein Abenteuer. Es gehört wahrscheinlich zu den letzten großen Abenteuern, die heute auf der Erde noch möglich sind. Es ist eine immer wieder faszinierende körperliche und seelische, geistige und charakterliche Herausforderung. Es ist Leistungssport in wilder und schöner Landschaft, in unmittelbarer Berührung mit der Erde und ihren Pflanzen, mit Fels und Eis, in ständiger Abhängigkeit und Beobachtung von Sonne und Mond, den Sternen, dem Wetter, den Wolken am Himmel. Es fordert Können, Umsicht, Solidarität, Moral und Beherrschung der Technik, aber es sollte ein Abenteuer sein, das das Leben schöner macht und nicht vernichtet.

                                                                         Heiner Geißler, Politiker und Bergsteiger, in seinem Buch "Bergsteigen"

 

Was treibt Menschen, sich völlig zu verausgaben, um an Orte zu gelangen, die zu den unwirtlichsten der Erde gehören .... Berge sind Orte, die von uns verlangen, dass wir uns auf ihre Bedingungen einlassen. Bergsteiger sind nur erfolgreich, wenn sie sich dem Berg überlassen. Manchmal scheitern sie natürlich selbst dann .... Berge bieten ungewisse Resultate, neue Erfahrungen, überraschende Schlüsse in einem Abenteuerstück, in dem der Bergsteiger eine Hauptrolle spielt  -  für manche Menschen eine unwiderstehliche Verlockung.

.... Orte, an denen menschlicher Ehrgeiz mit der eisigen Gleichgültigkeit eines gefährlichen Geländes kollidiert. Diese Orte sind reich an Geschichten. Wenn es an der Zeit ist neue Geschichten zu erschaffen, werden uns die Berge nicht enttäuschen. Sie werden da sein.

                                                                          Joseph Poindexter, ....im Vorwort zum Buch "Zwischen Himmel und Erde"

 

"Ich habe den anderen immer erzählt, wie großartig es woanders ist .... und verschwiegen, dass es nirgendwo besser ist."

                                                                          Reinhard Karl über seine Heimat im Aufsatz "Unterwegs nach Hause" in: "Erlebnis Berg: Zeit zum Atmen".

 

 "Das Herz hat seine Gründe, die die Vernunft nicht kennt."

                                                                          Blaise Pascal, Philosoph und Mathematiker

 

Die Eroberung des Unnützen .... hat Lionel Terray das Bergsteigen genannt. Setzen wir Bergsteiger uns sinnlos Gefahren aus? Lockt sie uns, die Gefahr, die "Todeszone"? Welcher Nicht-Bergsteiger kann das schon begreifen, dass es nicht der Tod sondern das Leben, das intensivste, am tiefsten empfundene, ganz nahe, echte Leben ist, das wir suchen - und finden.                        

Es ist besser zu sterben, weil man lebte, als zu leben, weil man nie gelebt (Hölderlin). Das Licht dort oben im Gebirge ist ein wenig strahlender. Der Himmel ist von tieferem Blau. Die Luft ist sauber und klar und kalt.                                                       

Du hast es erlebt: Weit gespannt der Sternenhimmel über dir in kalter Biwaknacht. Erste Sonnenstrahlen auf fernen Gipfeln. Aufstieg in eisharter Spur und Abfahrt im weichschmelzenden Firn bis ins grün duftende Tal. Dunst über`m Horizont, Hitze, die summend in den Latschen steht, hellgrauer Fels unter deinen Händen. Frösteln im Morgennebel. Tau auf Spinnwebfäden. Kalte Luft zum Atmen, knirschende Schritte, nasse Schneeflocken, die auf der Haut vergehen. Träume vergangener Wintererlebnisse. Die Hoffnung, bald wieder die erste Spur in unberührte Einsamkeit zu legen .... Träume. Vergessen, bevor sie zu Ende geträumt sind.

Eroberer des Unnützen? .... Was erobert denn Ihr anderen?

                                                                          Uta Philipp, Ehefrau eines der Toten vom Pisang Peak (im November 1994)

 

Sind wir doch ehrlich: Wir müssen hinauf. Wir haben den Berg gesehen, und wir stehen unter Zwang, da hinauf zu klettern. Wir sind Süchtige mit nur begrenztem Einsichtsvermögen, eben Bergsteiger.

                                                                           Reinhard Karl

 

Berge sind eine Welt für sich, eine Welt mitten in unserer Welt. Sie führen mich zurück zum Ursprung der Erde und zu dem, der sie geschaffen hat. Sie fordern mich heraus bis zu den Grenzen meiner Kräfte. Kälte und Hitze können unbarmherzig sein und die Einsamkeit wird leicht zum Verhängnis. Doch gerade wo kein Mensch da ist um zu helfen und meine eigene Kraft nicht ausreicht, spüre ich meine Abhängigkeit von Gott und seine Nähe.

 

.... Dass Bergsteigen hier kein Spaß ist, sondern Kampf. Boxkampf, wo du ausgeknockt wirst vom Wind und vom Wetter und von deinen überspannten Hoffnungen, bis du auf allen Vieren, geschlagen, aus dem Ring krabbelst, bis du nicht mehr kannst. Ich wusste das alles, und trotzdem bin ich wieder hierher zurückgekehrt.

                                                                            Reinhard Karl

 

Eine schwierige Situation an einem Berg läßt sich nur mit starkem Lebenswillen bewältigen. Der Tod ist in solchen Momenten eine klar vorhandene, wenn auch verdrängte Möglichkeit  -  und verstärkt die Intensität des gelebten Augenblicks. Was Extrembergsteiger und Abenteurer überhaupt also suchen ist nicht der Tod selbst, sondern die Nähe des Todes  -  und damit, so widersprüchlich es auf den ersten Blick erscheinen mag, das Leben. Jene feine Linie zwischen Leben und Tod, jene Grenze, der man möglichst nahe kommen möchte, ohne sie jemals zu überschreiten. An dieser Schnittstelle ist das Leben unglaublich intensiv, verdichtet; Körper, Kopf und Seele leben im vollkommenen Einklang, konzentriert auf diesen einen, von höchster Wachheit und Geistesgegenwart begleiteten Moment. Man lebt  - mit jeder Faser seines Wesens - bewußt den Augenblick. Das Empfinden auf dem symbolischen Grat zwischen Leben und Tod ist nicht einfach gleichbedeutend mit "Glück" -  es ist vor allem ein unübertreffbares Gefühl des Lebendigseins, das Suchterscheinungen auslöst. Das reine Glücksgefühl breitet sich erst später, nach der Rückkehr vom Grenzgang, richtig aus: Es ist verbunden mit der tiefen Dankbarkeit zu leben und mit der in Todesnähe erworbenen Gewissheit, wie lebenswert das Leben eigentlich ist. Um es noch einmal mit Saint-Exupéry zu sagen: "Wir suchen ja nicht die Gefahr; ich weiß, was ich suche: ich suche das Leben".

                                                                              Christine Kopp, aus einem Aufsatz

 

Ersteige die Hochalpen, wenn du willst, aber vergiß nie, dass Mut und Kraft ohne Klugheit nichts sind, dass eine augenblickliche Nachlässigkeit das Glück eines ganzen Lebens zerstören kann.

                                                                               Edward Whymper , aus seinem Buch "Berg- und Gletscherfahrten"

 

Langsam kommt nach der Freude die Traurigkeit, ein Gefühl der Leere: Eine Utopie ist Wirklichkeit geworden. Ich ahne, dass auch der Everest nur ein Vorgipfel ist, den wirklichen Gipfel werde ich nie erreichen.

                                                                                Reinhard Karl

 

Warten mit Zeit bedeutet, seine Hoffnung zurückzustellen. Warten ohne Zeit ist die Verzweiflung.

                                                                                 Reinhard Karl

 

.... und dann wundern wir uns, dass auch andere die Einsamkeit lieben und dass wir sie mit ihnen teilen müssen.

                                                                                  Wolf Schneider .... über die Einsamkeit der Bergwelt

 

Und ich weiß, so lange ich noch Bergsteigen kann, kann mir vieles andere den Buckel rauf und runter rutschen. Das Bergsteigen hat mich immer innerlich unabhängig gemacht. Ich kann in den Bergen fast alles vergessen, was mich stört. Man wird zwar vom Alltag wieder eingeholt, wenn man herunterkommt, aber man kann ja auch wieder hinaufsteigen.

                                                                                   Heiner Geißler in seinem Buch "Bergsteigen"

 

Fast wärst du gestorben, und fast wärst du oben gewesen. Addiert und dividiert durch zwei ergibt: Du bleibst am Leben. Ohne Gipfel ist gleich Nichts, genau so viel, wie wenn du unten geblieben wärst.

                                                                                    Reinhard Karl

 

Seit jeher üben Berge eine besondere Faszination aus. Ihr gewaltiger und erhabener Anblick, ihre herausfordernde Anziehungskraft sowie ihre atemberaubende Wildheit ziehen uns Menschen immer wieder in ihren Bann. Sie fordern uns heraus, selbst in unwirtliche Höhen hinaufzusteigen und zuweilen tödliche Gefahren in Kauf zu nehmen.

                                                                                     Aus dem Vorwort zum Buch "1000 Berge"

 

Wir besteigen Gipfel, weil wir sie lieben, wir lieben die Orte, an die sie uns bringen, und wir lieben es, unterwegs etwas über uns selbst zu lernen.

                                                                                       Ed Viesturs

 

.... geht der letzte Schritt des Menschen himmelwärts, ist der Gipfel das Ende. Die Bedeutung des höchsten Punktes, die Stelle, an der alle Linien zusammenlaufen, wird so groß, dass kein Platz mehr bleibt für die anderen Orte des Raumes. Erfolg und Niederlage, Sinn und Zwecklosigkeit, ja das ganze Denken ist ausgerichtet auf die paar Quadratmeter Stein oder Eis, die nur noch von einem Steinmann oder dem Gipfelkreuz überragt werden dürfen. 

                                                                                        Hans Kammerlander in seinem Buch "Abstieg zum Erfolg"

 

.... wie viele fanden in diesen Bergen ein Ende, wie sie es sich schöner nicht wünschen konnten? .... Mein Ende ist nahe, ich fühle es, aber es ist ein Ende, wie alle Bergsteiger es sich wünschen, im Einklang mit der Leidenschaft, die sie ihr Leben lang beseelt. Ich war den Bergen mit weit offenen Sinnen dankbar dafür, dass sie sich mir heute in ihrer ganzen Schönheit zeigen. Ich empfinde ihr Schweigen wie die Stille einer Kirche. Ich leide nicht und fühle nicht die geringste Bangigkeit. ....Ich las "Annapurna" in diesem Sommer drei Mal. Es leuchtete mir ein, dass Herzogs Entscheidung für den Gipfel richtig war, obwohl er sie teuer bezahlen musste. Was waren schon Zehen und Finger, da waren er und ich uns einig, im Vergleich dazu, auf diesen wenigen Quadratmetern Schnee gestanden zu haben? Selbst wenn er gestorben wäre, hätte es sich gelohnt. Das war die Lehre, die ich aus Herzogs Buch zog: Der schönste Tod ist der auf einem Gipfel - lieber Gott, bewahre mich vor einem Tod in den Tälern.  .... sind Berge, die man bestaunt, über die man liest, von denen man träumt und die man begehrt, nicht diejenigen, die man besteigt. Letztere bedeuten harten, steilen, scharfkantigen Fels und eisigen Schnee, extreme Kälte und eine intensive Ausgesetztheit, die einem den Magen zusammenkrampfen kann und in den Eingeweiden spüren wird. Sie bedeuten Bluthochdruck, Übelkeit und Erfrierungen - und unbeschreibliche Schönheit.

                                                                                        Robert Macfarlane in seinem Buch "Berge im Kopf" - Die Geschichte einer Faszination

 

.... In diesem Moment wurde mir klar, dass jeder Gipfel letztlich auf die Frage hinausläuft, was man zu riskieren bereit ist, um seiner Leidenschaft zu folgen und seine Träume zu verwirklichen. Es ist  immer ein Risiko dabei. Selbst bei scheinbar einfachem Gelände und idealen Bedingungen können auffrischende Winde und sich zusammenziehende Wolken ein sehr reales Gefühl der Gefahr heraufbeschwören. Aber die meisten Bergsteiger lockt nicht die Gefahr in die Berge, sondern die Möglichkeit, das Risiko zu meistern, die Chance, ihr Können, Wissen und Urteilsvermögen auf die Probe zu stellen und die eigenen Grenzen zu überwinden. Beim Bergsteigen geht es um das Unerwartete. Gleich, wie oft ein Berg oder Fels schon bestiegen wurde: Es ist für jeden Menschen eine neue Erfahrung, deren Ausgang niemals feststeht.

Beim Bergsteigen geht es um Neugier. Was liegt hinter der nächsten Anhöhe, der nächsten Wegbiegung? Ist es zu schaffen? Kann ich es schaffen? Beim Bergsteigen geht es auch darum, zwischenmenschliche Beziehungen voll Vertrauen und Respekt zu entwickeln, die Ehrlichkeit und Stärke verlangen - und dich unweigerlich auf Leben und Tod an deine Gefährten binden.

Für mich ist das Bergsteigen eine Form des Selbstausdrucks, der Schlüssel, der meinen Geist freisetzt, die klarste Verkörperung dessen, was ich bin. .... Ich klettere, weil ich hier bin. Ich kämpfe nicht gegen die Berge. Ich erobere nichts, selbst wenn ich mich auf einen Gipfel hieve. Für mich liegt der Triumph in jedem Schritt, jedem Atemzug und Herzschlag auf dem Weg dorthin. Er besteht in der reinen Freude, auf diesem Planeten zu sein, die Berge um mich herum zu sehen und für einen kurzen Moment ein Teil von ihnen zu sein. Ich klettere aus einem einfachen Grund: weil ich am Leben bin.

                                                                                          Stacy Allison, Portland, Oregon 1998

 

Ich dachte an die grenzenlose Leidenschaft, die Männer dazu bringt, beängstigende Aufstiege zu unternehmen. Nichts kann sie davon abhalten, .... ein Berg kann dieselbe Anziehungskraft ausüben wie ein Abgrund.

                                                                                          Théophile Gautier, 1868

 

Die Berge begannen eine erhebliche und oft verhängnisvolle Anziehungskraft auf den menschlichen Geist auszuüben. "Die Wirkung dieses seltsamen Matterhorns auf die Vorstellungskraft ist tatsächlich so groß, dass selbst die ernsthaftesten Philosophen sich ihr nicht entziehen können".

                                                                                           John Ruskin, Maler .... zitiert von Robert Macfarlane in seinem Buch "Berge im Kopf"

 

Wenn wir eine Landschaft betrachten, sehen wir nicht das, was dort ist, sondern weitgehend das, was wir dort erwarten. Wir schreiben einer Landschaft Eigenschaften zu, die sie nicht von sich aus besitzt, Wildheit beispielsweise oder Trostlosigkeit, und bewerten sie entsprechend. .... Was wir einen Berg nennen, ist also in Wirklichkeit das Zusammenspiel der physischen Erscheinungsformen der Welt und der menschlichen Vorstellungskraft - ein Berg in unserem Kopf. .... Berge sind nur geologische Zufallsprodukte. Sie töten nicht absichtlich und wollen auch nicht gefallen - alle emotional besetzten Eigenschaften, die sie besitzen, werden ihnen von der menschlichen Phantasie zugeschrieben.

                                                                                            Robert Macfarlane in seinem Buch "Berge im Kopf"

 

Nun brechen wir auf Richtung Gipfel. Viele leise Stimmen rufen: "Komm höher!"

                                                                                            John Muir, 1911

 

Berge .... sie haben etwas Erhabenes und Würdevolles, etwas, was den Geist zu großen Gedanken und Leidenschaften inspiriert .... Wie all jene Dinge, die zu groß sind, als dass man sie begreifen könnte.

                                                                                            Robert Macfarlane in seinem Buch "Berge im Kopf"

 

Immer noch erobern wir Bergsteiger "Unnützes", tun Dinge, die rational nicht erklärbar sind, und fühlen uns wohl dabei. Es muss etwas dran sein am Gehen, am Überwinden, am Suchen und Finden von Lösungen. Langes Gehen, ausgedehntes Wandern - das ist Balsam für Seele und Körper. Am Berg fühle ich Kraft und Wärme. Wenn ich mir für mein weiteres Leben etwas wünschen darf, so lautet dieser Wunsch, dass ich noch möglichst lange gehend unterwegs sein kann. Und vielleicht dabei auch noch den einen oder anderen Gipfel erreiche.

                                                                                            Peter Habeler in seinem Buch "Das Ziel ist der Gipfel"

 

 

Remember, nothing is impossible!

                                                                                            Jamie Andrew, Bergsteiger mit Handicap ....   >>>>>>>>>>>>>>>>   Klicke auf seine Homepage unter "Bevorzugte Links"

 

Die Bewunderung meines Großvaters für hoch gelegene Orte hat nie nachgelassen. Sie sind etwas, was er nie in Frage stellte, obwohl Freunde von ihm in den Bergen ums Leben kamen oder entsetzlich verletzt wurden. .... Für meinen Großvater bedurfte die Anziehungskraft der Berge keine Erklärung, oder es gab keine dafür. Aber woran liegt es, dass Gipfel und Ausblicke eine solche Anziehungskraft auf die Phantasie so vieler Menschen ausüben? Welches Vergnügen liegt in der Höhe - in der Höhe und in der Kälte?

                                                                                            Robert Macfarlane in seinem Buch "Berge im Kopf"

 

Ich wollte einfach da hinauf. Ich kann es nicht besser erklären.        

                                                                                            Peter Habeler in seinem Buch "Das Ziel ist der Gipfel"

 

Die Höhe hat etwas zu bieten, was selbst der glühendste Verehrer des Horizontalen nicht abstreiten kann: Man kann weiter sehen. .... Große Höhen ermöglichen eine weitere Perspektive: Der Blick von einem Gipfel macht stark. Auf gewisse Art löscht er einen aber auch aus. Das Bewusstsein wird durch die erweiterten Sehfähigkeiten gestärkt, aber es wird auch in Mitleidenschaft gezogen: von der bedrohlichen Erkenntnis der eigenen Bedeutungslosigkeit angesichts der großartigen Ausblicke auf Zeit und Raum, die von der Spitze eines Berges offenbar werden.


                                                                                             Robert Macfarlane in seinem Buch "Berge im Kopf"

 

Auf das Gebirge und auf die Einfachheit des Lebens im Gebirge können sich immer weniger Menschen einstellen. Eine Faszination der Berge ist doch auch ihre Einfachheit. Man geht, man rastet, man kommt auf eine Hütte, man isst dort. Man hat ein Ziel vor Augen, macht den Gipfel, steigt wieder ab. Ein bewusst einfaches Leben. Ich glaube, das ist ganz wichtig. Wenn ich auf eine Hütte gehe, kann ich kein Hotel erwarten. Es braucht eine gewisse Bereitschaft, sich auf ein anderes Leben einzustellen, und viele Menschen haben die nicht. Die wollen konsumieren. Anstatt anzunehmen, was sie bekommen, wollen sie haben, was sie sich vorstellen. Das geht im Gebirge nicht.

                                                                                             Peter Habeler in seinem Buch "Das Ziel ist der Gipfel"

 

Ich wusste nicht, habe mir niemals zuvor vorgestellt, was Berge sind. Als sie plötzlich in mein Gesichtsfeld traten, riefen die gewaltigen Ausmaße dieser luftigen Gipfel ein Gefühl ekstatischen Staunens in mir hervor, das etwas von Irrsinn hat.

                                                                                              Percy Shelley .... zitiert im Buch "Berge im Kopf" von Robert Macfarlane

 

All diese Männer wurden durch zwei ineinander verschlungene Vorstellungen von den Bergen angezogen: zum einen von der abstrakten Idee, dass das Erreichen eines Berggipfels allein schon ein lohnendes Ziel darstellte, zum anderen vom Glauben, dass die Aussicht aus großer Höhe - die "Szenen von blendender Brillanz", wie Auldjo sie beschrieb - so schön sein konnte, dass es sich lohnte, sein Leben zu riskieren, um sie zu sehen.

                                                                                              Robert Macfarlane in seinem Buch "Berge im Kopf"

 

Mein Sinnen und Trachten galt den Bergen; das ist die tief in der Seele schlummernde Leidenschaft, die durch nichts zu erklären ist.

                                                                                             Anderl Heckmair

 

Das brennende Verlangen, das ich nach diesem ursprünglichen Tal jenseits des Bergkammes verspürte, war eine Sehnsucht nach meinen eigenen versteckten Träumen. Und meine Träume waren natürlich von dem Wunsch geleitet, irgendwohin zu gehen, wohin noch nie zuvor jemand gegangen war, etwas zu tun, was noch niemand zuvor getan hatte - der Wunsch nach Vorrang und Originalität, der so tief in der westlichen Welt verankert ist.

                                                                                             Robert Macfarlane in seinem Buch "Berge im Kopf"

 

Sind wir in den Bergen unterwegs, leben wir oft im Hier und Jetzt   -   entsprechend tiefe Spuren hinterlassen sie in unseren Köpfen und Seelen.

                                                                                             Christine Kopp

 

Das Höhersteigen begann die Suche nach einer völlig neuen Form von Sein zu repräsentieren - und tut es heute noch. Das Erleben war in den Bergen nicht vorhersehbar, direkter und authentischer. Die höhere Welt war eine Umgebung, die sich auf Verstand und Körper in einer Weise auswirkte, wie das in den Städten oder im Flachland niemals der Fall war - in den Bergen war man ein anderer Mensch.

                                                                                             Robert Macfarlane in seinem Buch "Berge im Kopf"

 

Du reduzierst deine Bedürfnisse auf gehen, essen, schlafen. Du musst dich immer wieder neu anstrengen, um das nächste Etappenziel zu erreichen. Du musst mit der Ruhe zurechtkommen, .... Du wirst angesichts dieser riesigen Berge wieder auf das einfache Leben zurückgeworfen. Dann hast du die Chance, in dich hineinzuhorchen, dich selbst genauer kennenzulernen und einen neuen Standort für dich zu bestimmen.

                                                                                             Peter Habeler in seinem Buch "Das Ziel ist der Gipfel"

 

Mallory spürte die Macht, die der Berg über ihn besaß. "Ich kann dir nicht beschreiben, wie sehr er Besitz von mir ergriffen hat", schrieb er 1921 an seine Frau Ruth. .... All diese Dokumente sprühen nur so vor Mallorys Begeisterung für die Höhe, für die Aussicht, für das Eis, für die Gletscher, für entlegene Gebiete, für das Unbekannte, für Gipfel und für das Risiko und die Angst. In Mallory treffen alle Gefühle, die man den Bergen gegenüber empfinden kann, auf machtvolle und tödliche Weise zusammen.

                                                                                             Robert Macfarlane in seinem Buch "Berge im Kopf"

 

Mensch und Natur stehen sich sozusagen eins zu eins gegenüber. Die Intensität, mit der Alleingänger die Gefahren des Gebirges erleben, ist kaum mehr zu steigern. Höchste Aufmerksamkeit und Konzentration ist gefordert, jeder noch so kleine Fehler kann zur Katastrophe führen. Die Natur verlangt außergewöhnlich viel Disziplin.

                                                                                            Peter Habeler in seinem Buch "Das Ziel ist der Gipfel"

 

Wenn man die Berge liebt, akzeptiert man auch, dass sie die Bedingungen stellen.

                                                                                            Jean-Christophe Lafaille

 

Ein Gipfel gehört dir erst, wenn du wieder unten bist - denn vorher gehörst du ihm.

                                                                                            Hans Kammerlander

 

Setz` Dich Extremsituationen aus und Du erfährst, wie sehr Du die Deinen liebst und selbst von ihnen geliebt werden möchtest.

                                                                                             Ralf Bossert

 

Man muss das Unmögliche versuchen, damit das Mögliche möglich wird.

                                                                                             Hans Kammerlander

 

Ich liebe die Berge, weil sie mich daran erinnern, dass ich Teil von etwas bin, das wesentlich größer ist als ich.

                                                                                             Julian Cooper

 

Hier oben versteht man, dass man, was das Leben bringt, als Geschenk sehen muss.

                                                                                             Robert Steiner, Allroundalpinist

 

Die Berge schweigen über einer lauten Welt.

                                                                                             Bischof Reinhold Stecher

 

Nichts geschieht ohne Risiko, aber ohne Risiko geschieht auch nichts.

                                                                                             Walter Scheel, ehem. Bundespräsident

 

Wer einmal Wettkampfluft geschnuppert hat, der will immer wieder an seine persönlichen Grenzen gehen und sich neuen Herausforderungen stellen, egal ob es sich um Zeit, Schwierigkeit oder Höhe handelt.

                                                                                             Tamara Lunger (Extrembergsteigerin) auf ihrer Homepage

 

Es muss doch in den Bergen ein geheimer Zauber liegen, dass sie uns immer größere Schwierigkeiten und Anstrengungen suchen lassen – und wir sie nur umso stärker lieben, je mehr sie uns kosten.

                                                                                             Guido Rey (1905) Italienischer Alpinist, Schriftsteller und Fotograf

 

„Ich soll einen Berg bezwungen haben? In Wirklichkeit sind wir da oben doch nur kleine Kreucher und Fleucher.“

                                                                                              Reinhold Messner

 

Der Krankheit begegnet man wie dem Berg: einen Schritt nach dem anderen, in Demut und ohne je den Mut zu verlieren.

                                                                                               Romano Benet, der nach zwei Knochenmarktransplantationen und dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes auf den Gipfel des Kangchendzönga gestiegen ist

 

Wer etwas wirklich will, findet Wege. Wer etwas nicht wirklich will, findet Gründe.

                                                                                               Willy Meurer, Aphoristiker

Berge laden uns durchaus ein, für eine Zeit den Ernst des Lebens gegen den Ernst der Schwerkraft zu tauschen. Und dann geht es zurück in eine Realität, die wir mit positiven Werten mitgestalten können.

                                                                                              Andi Dick, Redaktionsmitglied der Zeitschrift DAV Panorama

 

"Hattest du je das Gefühl, getan zu haben, was du tun wolltest?"   -   "Nein, nie - ich habe gerade mal die Oberfläche angekratzt."

                                                                                              Fred Beckey, Extrembergsteiger

 

... könnte ich gemütlich und friedlich wie die normalen Bürger einem ruhigen Leben nachgehen. Als mir klar wurde, dass ich das nicht wollte und dass Bergsteigen doch ehrlicher ist und mehr vom Leben erklärt als der ganze Gesellschaftsverbesserungskäse, der mit 20 Sätzen die ganze Welt erklärt, da ging ich wieder zum Klettern.

                                                                                              Reinhard Karl